
Earshot (AUT) 6/7
Eigentlich wartet man bereits seit
über einem Jahr auf die erste Live-DVD der deutschen Wahl-Wikinger
und Power Metaller STORMWARRIOR. Stattdessen wurde diese aber
erneut verschoben und ein neues Studio Werk kommt in die Läden.
Ist ja auch was Schönes denkt man sich und legt „Heathen Warrior“
in die Anlage und dreht auf.
Es erschallt ein kurzes aber nettes Intro und schon attackieren
einen Highspeed-Riffs die womöglich von HELLOWEENs Debüt „Walls
Of Jericho“ inspiriert sein könnten. Auf jeden Fall sind die
melodischen Attacken der Gitarren von STORMWARRIOR eine wahre
Ohrenfreude. Ebenso wie schon auf dem letzten Werk steigt man
mit dem Titeltrack extrem spielfreudig und energisch ein. Dass
der Song sofort ins Ohr geht, ist sowieso Ehrensache. Auch
„The Ride Of Asgard“ beginnt mit schnellem Riffing und antreibendem
Drumming, aber man setzt kurzfristig sphärische Keyboards ein
und startet dann erneut mit schnellen Gitarrenattacken durch.
Ein hymnischer Refrain macht den Song zu einem Highlight.
Die Truppe ist vielleicht nicht jedermanns Sache, vor allem
der Gesang von Fronter Lars Ramcke schmeckt nicht jedem, doch
passt dieser perfekt zu dem ungestümen Power Metal Auftreten
der Truppe. Extreme Spielfreude und unbändige Energie sind
die Markenzeichen von STORMWARRIOR, jedoch sind die Songs wohl
durchdacht und es wird nie einfach drauflosgeholzt, ohne die
Eingängigkeit oder die Melodien aus dem Auge zu verlieren.
Auch bei der Gitarrenarbeit von „Bloode To Bloode“ wird der
GAMMA RAY oder HELLOWEEN Fan auf die Knie fallen, aber von
einer Kopie kann hier keine Rede sein. Die Hamburger haben
in den letzten Jahren ihren Stil gefunden und perfektioniert.
„Fyre & Ice“ klingt dann nicht ganz so typisch. Groovige,
fast rockige Rhythmik und ein paar Versuche den Gesang anders
zu gestalten, machen den Song zu einem gelungenen Experiment,
das für Abwechslung sorgt.
Weitere Hymnen findet man sehr bald mit dem angenehm atmosphärischen,
aber nicht minder kraftvollen „Wolven Nights“ und dem UpTempo
Banger „Ravenhearte“. Etwas gediegener kann es zwischendurch
aber auch mal zugehen. „The Valkyries Call“ ist einer der wenigen
MidTempo Songs, der im True Metal Bereich anzusiedeln ist und
diesem Genre alle Ehre macht. Donnernde Drums und Chöre machen
diesen Song zu einer wahren Hymne. Den Abschluss findet man
dann mit dem längsten und abwechslungsreichsten Epos „And The
Northern Steele Remaineth“.
Klar, wer STORMWARRIOR bisher nicht mochte, der wird auch mit
ihrem bisher besten Werk „Heathen Warrior“ nichts anfangen
können. Doch Fans des Hamburger Power Metal oder dem True/Power
Metal im Allgemeinen werden hier viel Freude haben. So viel
Spielfreude und Energie findet man heutzutage nur noch selten
bei Bands, die schon einige Jahre im Geschäft sind. Weiter
so!
6 von 7 Punkten
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